Kirche Berneburg

Klippenstraße

36205 Sontra

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Pfarramt: Berneburg

Die Berneburger Kirche wurde von 1741 – 1743 erbaut. Ein Vorgägerbau, der Johannes dem Täufer geweiht war, stand auf dem Kirchberg ungefähr an der Stelle der heutigen Friedhofskapelle. Dieser wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Bis zur Fertigstellung der „neuen“ Kirche wurden die Gottesdienste bei gutem Wetter in der Kirchenruine und bei schlechtem Wetter im Backhaus gefeiert. Die letzte große Innenraumrenovierung wurde 1996 abgeschlossen, zwei Jahre später der neue Glockenturm errichtet.

Wenn man vor der Kirche steht, kann man an der rechten Außenfassade eine Markierung sehen, die den Stand des Hochwassers vom 14. Juni 1864 anzeigt. Zur Erinnerung an diese Katastrophe mit sieben Toten wurde einer der beiden Abendmahlskelche angefertigt.

Die Kirche ist im Barockstil gestaltet. Das kann man an den Wangen der Bänke, der Brüstung der Orgelempore, der Kanzel und den im Chorraum verlaufenden Ständen gut erkennen.

Eine Besonderheit sind die Stände (Sitze), die früher für die Pfarrfamilie, den Kirchenvorstand und Kirchenälteste, den Kastenmeister und Großgrundbesitzer reserviert waren.

Der Fußboden im Gang und im Chorraum besteht aus alten Grabsteinen, die einmal rund um den Vorgängerbau standen. In den Inschriften kann man interessante Entdeckungen machen, z. B. ist auf einem Stein hinter dem Altar ein Halbmond zu sehen. Der Sage nach brachte ein Berneburger Ritter nach einem Kreuzzug eine Muslimin mit, um sie zu heiraten. Da die Kirche den Segen verweigerte, wurde sie nach dem Tod unter dem Halbmond begraben.


Seit 1968 steht der Sandsteinaltar aus der ehemaligen Klosterkirche in Cornberg im Mittelpunkt des Altarraumes.

Das Kreuz und die beiden Kerzenständer für den Altar wurden 1968 von den Brüdern Rudolf und Walter Schweinsberg aus Berneburg handgeschmiedet. Der Kerzenständer für die Osterkerze wurde Ostern 2014 der Gemeinde vorgestellt. Er ist von demselben Künstler wie der Taufstein.

Das Taufgeschirr besteht aus einer silbernen Taufschale aus dem Jahr 1905 und einer isolierten Zinnkanne aus dem Jahr 1648. Seit 2011 steht im Altarraum ein moderner Taufstein, für den viele Berneburger gespendet haben. Gefertigt wurde er vom Metallkünstler Michael Possinger aus Guxhagen.


Die Orgel wurde 1794 im sogenannten Zopfstil errichtet. Der Baumeister war wahrscheinlich Johann Wilhelm Schmerbach der Mittlere aus Frieda.


In Kirchturm hängen zwei Bronzeglocken aus dem 14. und 15. Jahrhundert. 1967 kam ich eine dritte Glocke dazu.
Auf der  Turmspitze dreht sich der goldene Wetterhahn, der bei Sonnenschein schon von weiten gut zu sehen ist. Er wurde 2019 von Martin König erneuert, finanziert durch eine Spende von Heinrich Apel (beide aus Berneburg).


(Information u.a. aus: A. Ackermann, Chronik der Ortschaft Berneburg)

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